Tips vom Ringerdoc

Ringen im Schulsport

Geschrieben von: Dr. med. H.-G. Eisenlauer 

Wenn man die Überlegung anstellt Ringen im Schulsport einzuführen wird man sich zuerst die Frage stellen ob Ringen gefährlich ist, da man vor allem in Fernsehübertragungen häufig Ringer mit Nasenbluten oder Tapeverbänden nach Kopfplatzwunden sieht.
Ist Ringen gefährlich?
Die jährliche Unfallrate von 1991–1995 betrug im Ringen nach Unterlagen des Gerling-Konzerns im Landessportbund Rheinland- Pfalz 0,71 / 1000 ( Rasch et al 1999 ).
Damit ist Ringen in dieser Untersuchung statistisch am unteren Rand angesiedelt gegenüber den Mannschaftssportarten Handball und Volleyball mit 29 / 1000 bzw. 43 / 1000.
Aktuelle Zahlen der Olympischen Spiele 2004 in Athen belegen auch, dass es sich bei den auftretenden Verletzungen häufig um Bagatellverletzungen handelt wie dem Medical Report 2005 der FILA zu entnehmen ist ( Babak, 2005 ).
Teilt man die Art der Verletzungen in leicht, mittelschwer und schwer ein, so kam es bei den Olympischen Spielen in 73 % der Verletzungen zu leichten Verletzungen,
25 % mittelschwere Verletzungen und 3 % schwere Verletzungen.
Davon waren 29 % geschlossene Hautverletzungen, d.h. Prellungen , 15 % offene Hautverletzungen, z.B. Platzwunden, Schürfwunden, 14 % Muskelprellungen wie Pferdeküsse, 11 % Muskelfaserrisse, 8 % Nasenbluten, 5% Bandverletzungen, 4 % Frakturen, 3 % Meniskusverletzungen, 3 % Nervenverletzungen und 5 % Luxationen.
Insgesamt ist damit die Verletzungsgefahr geringer einzuschätzen als in den gängigen Mannschaftssportarten, Handball, Volleyball aber auch Fußball.

Sollte Ringen im Schulsport eingeführt werden ?
Welche positiven Auswirkungen hat Ringen auf die Schüler ?
Ringen hat ausgeprägte trainingsbedingte Auswirkung auf die Haltungs- und Bewegungsorgane.
Der unbedarfte Sportfan und Zuschauer denkt bei Ringern immer an die Schwergewichtsringer wie sie aus dem Fernsehen u.a. den Übertragungen der Olympischen Spiele in guter Erinnerung sind, z.B. Wilfried Dietrich..
Schaut man sich allerdings Ringkämpfe in Natura an, z.B. die Mannschaftskämpfe in den örtlichen Vereinen, so ist festzustellen, dass der überwiegende Anteil der Ringer hervorragend ausgebildete und trainierte Körper besitzt und dies nicht nur in den oberen Leistungsklassen.
Wenn man dann diese gut trainierten Athleten noch in Aktion sieht, dann ist klar, dass Ringen eine Sportart ist, die die 5 motorischen Grundeigenschaften
-->Kraft
-->Ausdauer
-->Schnelligkeit
-->Koordination
-->Beweglichkeit
auf hervorragende weise trainiert.

Gesundheitliche Aspekte des Ringens:
Durch das Training der 5 motorischen Grundeigenschaften vor allem im Kinder- und Jugendbereich ist Ringen hervorragend geeignet als Präventionsmaßnahme gegen:
-->Übergewicht
-->Haltungsschwäche
und den sich daraus ableitenden Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems und der Haltungs- und Bewegungsorgane.

Ganz nebenbei wird das Sozialverhalten der Kinder und Jugendlichen geübt, nicht nur im Wettkampf, sondern auch in vorbereitenden Kampfspielen. Es wird der verantwortliche Umgang mit dem Partner bzw. Gegner und Fairness im Zweikampf mit gegenseitigem Respektieren und Einhalten von Regeln geschult..
Sieg und Niederlage körperlich zu erleben sind unverwechselbare Erfahrungen, die zur Stärkung des Verantwortungsgefühls und zu mehr Selbstbewusstsein beitragen.

Dr. med. H.-G. Eisenlauer
Verbandsarzt DRB

Medikamente im Betreuerkoffer ? Was ist sinnvoll ?


Geschrieben von: Dr. med. Theo Steinacker

Jedes Jahr ereignen sich in Deutschland über 1.5 Millionen registrierte Sportverletzungen. Ohne adäquate Erstbehandlung kommt es häufig zu Komplikationen und zu Verzögerungen der Heilung. Jeder Sporttreibende bzw. Sportbetreuende sollte deshalb die Erste Hilfe Maßnahmen bei Sportverletzungen kennen. Dazu ist es wichtig, vor Ort entsprechendes Behandlungsmaterial in Form eines Betreuerkoffers zur Verfügung zu haben. Jede akute Sportverletzung bedarf einer sofortigen Therapie nach dem PECH – Schema.
Dieses Schema besteht aus PAUSE, EISKÜHLUNG, KOMRESSION und HOCHLAGERUNG.

PAUSE bedeutet, der Verletzte muss die Sportausübung unbedingt unterbrechen, da sonst eine Verschlimmerung des Beschwerdebildes droht.

Mit KÜHLUNG z.B. durch Eiswasser sollte die lokale Blutzirkulation verringert und einer Ausbildung eines Blutergusses entgegengewirkt werden. Die Kühlung sollte mindestens 20 Minuten andauern. Hierzu geeignet ist ein in Eiswasser getauchter Schwamm oder in einer Plastiktüte schwimmende Eisstückchen.
Problematisch ist die Verwendung von Eisspray, da es hierdurch zu lokalen Erfrierungen kommen kann.

Mit einer KOMPRESSION kann die Ausbildung eines Blutergusses zusätzlich eingeschränkt werden, der dadurch entsteht, da es bei Verletzungen fast immer zu einer Zerreissung von kleinen Blutgefäßen kommt. Hierzu wird eine elastische Binde mit ausreichender Spannung angelegt. Der Kompressionsverband kann mit einer Eispackung kombiniert werden.

Die HOCHLAGERUNG ist als 4. Maßnahme erforderlich, hierdurch wird ebenfalls die Schwellung und Blutungsneigung verringert.

Eine Kühlbox mit Eiswasser, Schwämmen und Kompressionsbinden in Eiswasser sollte somit beim Ringen bei jedem Wettkampf und Training vorhanden sein, um die Erste- Hilfe- Maßnahme sofort einleiten zu können.

Immer wieder wird die Frage gestellt, welche Medikamente in einem Betreuerkoffer gehören. Das hängt zweifellos davon ab, von wem der Koffer benutzt wird. Ein Arzt oder ein Physiotherapeut wird andere Medikamente benutzen können als ein Trainer oder Übungsleiter. Die aktuellen Anti-Dopingbestimmungen müssen dabei unbedingt beachtet werden. Bei Anwendung von Medikamenten muss man sich über die Risiken und Nebenwirkungen im Klaren sein.
Es sollten keine verschreibungspflichtigen Medikamente von Laien angewendet werden, wobei es auch bei nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten zu Nebenwirkungen z.B.allergischen Reaktionen kommen kann. Viel wichtiger als Medikamente ist das Kennen der Erste- Hilfe- Maßnahmen, die PECH- Regel, sowie die Einleitung einer raschen Behandlungskette Physiotherapeut- Mannschaftsarzt – Verbandsarzt.

Verschreibungspflichtige Medikamente sollten nur nach ärztlicher Anordnung benutzt werden.

Auch bei äußerlicher Anwendung von Medikamenten können deutliche Nebenwirkungen auftreten. So wurde das bei Schürfwunden beliebte Mercurochrom aufgrund von drastischen Nebenwirkungen aus dem Handel genommen.

Neben der Box mit Eiswasser und Schwämmen ist beim Ringen auch ein Betreuerkoffer mit verschiedenen Salben und Cremes sowie Massageöl zu empfehlen, hier ist insbesondere auch die psychologische Wirkung der Behandlung zu beachten. Zusätzlich sollte Verbandsmaterial mit Pflaster, Sprühverband, Kompressen, Binden, Schere, Pinzette, Einmalhandschuhe und Tape nicht fehlen.

Bei Auslandreisen und Trainingslagern ist evtl. auch die Mitnahme einer Reiseapotheke anzuraten. Nochmals sei darauf hingewiesen, dass keinesfalls Medikamente, welche auf der Dopingliste stehen, in einen Betreuerkoffer gehören. Eine Beschriftung des Betreuerkoffers mit Vereinnamen und Sportart ist zu empfehlen, zusätzlich ist auch eine Nutzung als Werbefläche möglich.

Unter www.sportkrankenhaus.de können Empfehlungen für die Zusammenstellung eines Erste- Hilfe- Koffers für Trainer und Übungsleiter sowie Physiotherapeuten heruntergeladen werden.


Ernährung nach dem Wiegen

Geschrieben von: Prof. Dr. med. Fritz Schardt

Entscheidend für die Fitness eines Athleten für den Wettkampf ist die Art und Weise wie er die Gewichtsreduktion in den Tagen und Wochen vorher durchgeführt hat. Hier sei auf den Artikel „Ratschläge für die Ernährung bei Sportarten mit Gewichtsklassen“ verwiesen.

Wenn mehr als 5 % des Gewichtes innerhalb weniger Tage durch passives Schwitzen (Sauna) abgenommen werden, können erhebliche Nebenwirkungen und Folgeschäden wie z.B. Kräfteverlust, Muskelkrämpfe, Müdigkeit und Abgeschlagenheit auftreten.

Nach Erreichen des Wettkampfgewichts und nach dem Wiegen ist es von entscheidender Bedeutung, dass Flüssigkeit und Mineralien sinnvoll aufgefüllt werden. Hier spielen Magnesium und Kalium die entscheidende Rolle. Besonders die Kombination von Magnesium mit Kalium ist ausgesprochen wichtig, um Muskelkrämpfe zu vermeiden.
Wird allerdings von diesen beiden Mineralien zu viel oder werden die falschen Präparate genommen, kann es zu unangenehmen Magen-Darm-Problemen bzw. Durchfällen kommen. Bekannt ist, dass die chemischen Verbindungen Magnesiumlaktat und Kaliumlaktat besonders stark diese Probleme provozieren können. Verträglicher sind Magnesiumorotat, Magnesiumoxid oder Magnesium-aspartat und Kalinor retard. Die Dosierung und Verträglichkeit sollte jeder Athlet bereits im Vorfeld testen, da diese individuell verschieden sind. Bewährte Präparate sind Magium K forte (2x2) oder Trommcardin forte (2x2).

Eine weitere wichtige Rolle stellen die Spurenelemente (Selen, Jod, Mangan, und Molybdän) dar. Diese sind z. B. in Basocaps (2x2-4) enthalten.

An Natursäften empfehlen sich besonders die Kombination aus Orangen, Zitronen und Aprikosensaft (am besten frisch gepresst), da diese einen besonders hohen Anteil an Vitaminen und Mineralien haben.

Da bei Rundenkämpfen die Zeit zwischen Wiegen und Wettkampf oft nur eine halbe bis eine Stunde beträgt, kann der Flüssigkeitsverlust nicht vollständig ausgeglichen werden, da die Flüssigkeitsresorbtion im Gewebe zeitlich verzögert ist. Bei zu hohen Trinkmengen können Völlegefühl und Durchfälle auftreten. Als Faustregel gilt, dass auf keinen Fall mehr als 1-2 Prozent des Körpergewichts pro 30 Minuten (in kleinen Schlucken über die Zeit verteilt) an Flüssigkeit zugeführt werden soll.

Um möglichst schnell und schonend die Kohlehydratspeicher für den Wettkampf aufzufüllen, sollten die Getränke, zusätzlich zu den Mineralien, mit Rohrzucker (Traubenzucker ist weniger gut) oder Honig angereichert werden. Unter Umständen können, bei längerem Abstand zum Wettkampf, Energieriegel eingesetzt werden.

Vor wichtigen Wettkämpfen empfiehlt es sich, auf individuell bewährte Präparate und Methoden zurückzugreifen und Experimente zu vermeiden.

Hat der Athlet bei einem Wettkampf mehr als einen Tag Zeit, sei auf die „Empfehlungen für eine Ernährung zur Gewichtsreduktion“ verwiesen.

Es wird nochmals betont, dass ein hoher Kochsalz-Verbrauch überflüssige Wassereinlagerungen bewirkt. Diese unnötige Körpergewichtserhöhung kann vermieden werden, wenn bei der Zubereitung von Speisen statt Kochsalz „Sina-Salz“ verwendet wird, da es sich hierbei um Kalium-Chlorid handelt, das sogar leicht entwässert und gleichzeitig wichtig für den Muskelstoffwechsel ist.


Leistungssport und Diabetes

Geschrieben von: Dr. med. H.-G. Eisenlauer
 
Aufgrund von sportmedizinischen Untersuchungsergebnissen und verbesserten Insulinpräparaten stellt der Diabetes I. heutzutage keinen Widerspruch zum Leistungssport mehr dar.
Dies beweist nicht nur eine erfolgreiche Ringerin unserer Frauennationalmannschaft, sondern dafür gibt es auch zahlreiche Beispiele bei Weltmeisterschaften und Olympiaden.
So zum Beispiel Sir Steven Redgrave, der als britischer Ruderer 2000 in Sidney zum fünften Mal in Folge olympisches Gold gewonnen. Auch Ulrich Viefers, sein Kollege aus den Deutschen Achter hat ebenfalls Diabetes I. aber auch unter Marathonläufern findet man bei internationalen Wettkämpfen einige insulinpflichtige Diabetiker.
Um als Diabetiker erfolgreich Leistungssport zu treiben, muss man sowohl die Grundzüge der modernen Insulintherapie kennen, als auch ein empfindliches Körpergefühl für Reaktionen bei diabetischen Stoffwechselentgleisungen entwickeln. Wenn Gesunde Sport treiben, passen sich viele Stoffwechselprozesse an den erhöhten Energiebedarf an um auch die Energiebereitstellung zu sichern.
Die Bauchspeicheldrüse gibt in Relation zum psychischen Stress weniger Insulin in die Blutbahn, wodurch die Leber mehr Glucose freisetzt und auch deren Produktion steigert.
Obwohl Insulin auch für die Glucoseaufnahme in die Muskelzellen benötigt wird, nehmen diese aufgrund einer erhöhten Sensibilität der Insulinrezeptoren bei körperlicher Aktivität vermehrt Glucose auf.
Zusätzlich werden vom Körper die Stresshormone Adrenalin und Cortison freigesetzt, die wiederum den Blutzuckerspiegel leicht erhöhen. Somit muss ein Insulinpflichtiger Diabetiker als erstes lernen, dass der Blutzucker bei Muskelarbeit absinkt und die verstärkte Durchblutung der Muskulatur und des Unterhautfettgewebes die ohnehin beschleunigte Insulinwirkung zusätzlich noch fördert. Daraus ergibt sich der oberste Grundsatz für den jugendlichen Diabetiker:
durch richtige Ernährung und häufige Blutzuckerkontrollen eine Hypoglykämie beziehungsweise Unterzuckerung zu vermeiden. Wenn der Blutzucker unter 100 mg/dl absinkt, sollte der Sportler jegliche körperliche Aktivität einstellen und sofort zusätzliche Broteinheiten (BE) zu sich nehmen. Hier sind in erster Linie schnell wirkende Kohlenhydrate in Form von Säften, gezuckerten Tees, Coca Cola oder Red Bull zu empfehlen.
Die Einnahme von Traubenzucker beziehungsweise Glucose als Monosaccharid gilt überholt, da er einen überschießenden Insulinbedarf auslöst und zusätzlich auch noch Körperflüssigkeit bindet. Für den Sportler/die Sportlerin sind außerdem flüssige kohlenhydrathaltige Gele wie Jubin mit 2,6 BE oder Carrero mit einer BE hervorragend geeignet, die in Tube beziehungsweise Beuteln verpackt in jede Trikottasche passen. Ist der Blutzucker bereits unter 50 mg/dl abgesunken, sollten darüber hinaus langwirkende Kohlenhydrate zu sich genommen werden um den Blutzucker auch über einen längeren Zeitraum auf den gewünschten Niveau von 150 – 180 mg/dl zu bringen.
Außerdem ist zu beachten, dass vor Wettkämpfen der erhöhte Adrenalinspiegel die Symptome einer Unterzuckerung (wie Tachykardie, Herzjagen, Unruhe, Zittern oder Schweißausbruch) überdecken können. Deshalb wurde hier die Faustregel aufgestellt lieber eine BE zuviel als zu wenig zu sich zu nehmen. Auch wenn der Blutzucker dann über 200 mg/dl ansteigt, stellt dies beim Sportler keine Gefahr einer Hyperglykämie (Überzuckerung) dar, da nach dem Wettkampf, aber auch nach jedem intensiven Training der überschüssige Blutzucker wieder in Muskulatur und Leber als Glykogenspeicher eingelagert wird. Dieser Prozess hält bis zu 8 Stunden nach jeder größeren körperlichen Belastung an.
Die sportmedizinisch tätigen Ärzte sollten außerdem auch wissen dass bei einer Hypoglykämie nach einer körperlichen Belastung die optimale Therapie eine Glucoseinfusion mit gleichzeitiger Injektion von Glukagon ist.
Mit dieser kombinierten Therapie können sowohl die Glykogenspeicher wieder aufgefüllt, als auch der Blutzuckerspiegel schnell normalisiert werden.
Aus diesen Gründen sollte der Blutzuckerspiegel vor dem Training generell über 150 mg/dl liegen, um ausreichende Reserven für das Training selbst zu haben. Selbst Blutzuckerspiegel über 250 mg/dl sind noch nicht als bedenklich anzusehen, solange kein Acetongeruch im
Atem erkennbar ist. Dies könnte dann auf eine erhöhte Fettverbrennung hinweisen. In einem derartigen Fall kann dann dort mit wenigen Einheiten von Insulin der Blutzucker leicht gesenkt werden und die sogenannte Glykolyse für die Energiebereitstellung mobilisiert werden. Die Kenntnisse über diese Vorgänge sind von entscheidender Bedeutung, da ansonsten während der Belastung die Ketonacetose in Abhängigkeit von der Intensität des Trainings zunimmt und auf Grund einer enormen Anhäufung der Ketonkörper: Acetacetat, Betahydroxybutyrat und Aceton in einen lebensbedrohlichen Zustand münden kann.
Ein erfahrender Leistungssportler mit Diabetes I hat deshalb immer ein Blutzuckermessgerät dabei mit dem er innerhalb von wenigen Minuten seinen Blutzuckerspiegel bestimmen kann.
Gleichzeitig sollte er natürlich auch immer ein schnellwirksames Insulin mit sich führen um gegebenenfalls den Blutzuckerspiegel schnell und wirksam zu korrigieren. Bei inplantierten Insulinpumpen sollte dies auch bei der Programmierung entsprechend berücksichtigt werden.
Die technische Entwicklung in der Messmethodik aber auch die Insulinpumpen stellen so gesehen einen erfreulichen Fortschritt für den Leistungssportler mit Diabetes I dar.
Durch die ausgeprägte Sensibilität des diabetischen Leistungssportler für Körpersignale und Körperempfindungen lernt er an Hand von Erfahrungen die Einflüsse der Art, Dauer und Intensität einer körperlichen Belastung aber auch die tageszeitlichen Schwankungen kennen.
Er weiss, dass die Insulinantwort morgens stärker als abends ist und somit die gleiche körperliche Belastung auch unterschiedliche Auswirkungen auf dem Blutzuckerspiegel hat. Er ist auch informiert darüber, dass die Wirkung von Normalinsulin nach ungefähr 15 – 20 Minuten einsetzt und nach ca. 2 – 3 Stunden ihr Maximum erreicht. Dagegen ist bei schnellwirksamen Insulin das Maximum bereits nach 30 – 60 Minuten erreicht und birgt damit natürlich die Gefahr einer Hypoglykämie besonders wenn gleichzeitig Sport betrieben wird.
Die kombinierten Insuline, die am meisten angewendet werden, erreichen somit um die Mittagszeit ihr Wirkungsmaximum. Ist der Wettkampf dann entweder vor der Mittagspause oder nach der Mittagspause angesetzt, kann der Leistungssportler die Basalinsulingabe leicht reduzieren oder weniger Insulin zur letzten Mahlzeit spritzen oder auch beide Varianten miteinander kombinieren. Bei kurzzeitigen körperlichen Belastungen, wie das Ringen und die meisten Kampfsportarten darstellen, sollte ein diabetischer Leistungssportler eher zusätzliche Broteinheiten zu sich nehmen und gegebenenfalls die Insulineinheiten zu den Mahlzeiten reduzieren um eine Unterzuckerung während des Wettkampfs zu vermeiden.
Bei ganztägiger körperlicher Aktivität, wie das z.B. ein normaler Triathlon darstellt, kann je nach Intensität sowohl das Basalinsulin als auch die Insulinmengen zu den Mahlzeiten halbiert werden. Wie bereits erwähnt, sollte auch hier nach den Wettkampf beachtet werden, dass der Körper bestrebt ist, die Glykogenspeicher von Leber und Muskulatur wieder aufzufüllen, sodass auch für die Nacht die Insulinmengen leicht reduziert werden sollten.
Viele erfolgreiche Leistungssportler mit Diabetes I haben bewiesen, dass diese Stoffwechselstörung für sie kein Tabuthema mehr ist. Jugendliche mit Diabetes I sollte man sogar ermuntern Sport zu treiben, da durch die körperliche Aktivität die gefürchteten Langzeitschäden vermieden werden können. In die wichtigsten Maßregeln und Richtlinien sollte jedoch der junge Sportler eingewiesen sein um Zwischenfälle und Risiken zu vermeiden. Unter diesen Voraussetzungen wird er dann auch Spaß, Freude und Erfolg beim Sport und insbesondere auch am Ringen haben.


Achtung Nahrungsergänzungsmittel

Geschrieben von: Dr. med. H.-G. Eisenlauer
 
Der Präsident der FILA R. Martinetti warnt in einem Schreiben an alle nationalen und internationalen Verbände vor dem Gebrauch von Nahrungsergänzungsmitteln.

Nachdem sich bei Dopingtests eine Zunahme der positiven Ergebnisse zeigte, wurde eine Befragung der Athleten durchgeführt, um die Gründe für diesen plötzlichen Anstieg positiver Ergebnisse zu untersuchen. Aus der Befragung ging eindeutig hervor, dass fast alle positiv getesteten Athleten Nahrungsergänzungsmittel eingenommen hatten, die verbotene Substanzen enthalten haben.

Deshalb bittet die FILA die Verbände die Ringer zu informieren, bei der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln die Produkte sehr sorgfältig auszusuchen und nur Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen, deren Hersteller für die Reinheit garantieren.

Die FILA weist darauf hin, dass im Falle eines positiven Befundes nach Einnahme eines Nahrungsergänzungsmittels der Ringer keine mildernden Umstände geltend machen kann, da immer wieder Warnungen vor verunreinigten Nahrungsergänzungsmitteln veröffentlicht werden. Es wird eher das Gegenteil vermutet. Es wird ein vorsätzlicher Gebrauch dieser Produkte unterstellt bei voller Kenntnis auch möglicher Verunreinigungen.


Knieschmerzen im Ringen

Geschrieben von: Dr. med. Th. Steinacker

Ein Drittel aller Verletzungen beim Ringen betreffen das Kniegelenk, wobei beim Freistil-Ringen die Knieverletzungen etwas häufiger sind als beim griechisch-römisch-Ringen. Am häufigsten kommt es zu Verletzungen des Innenmeniskus, gefolgt von Außenmeniskusverletzungen sowie Rissen des vorderen Kreuzbandes.
Hohe Belastungen mit Rotation bei maximaler Kniebeugung führen zu Einrissen im Bereich der Menisken. Bei jüngeren Sportlern kommt es eher infolge akuter starker Gewalteinwirkung zum Meniskuseinriss, bei älteren Sportlern ist der Meniskusschaden oft eine Folge von chronischen Überbelastungen. Bei Schmerzen an der Knieinnen- oder außenseite, bei Anschwellung des Kniegelenkes und insbesondere bei einklemmungsartigen Erscheinungen ist eine Verletzung der Menisken zu vermuten. Grundsätzlich haben sowohl der innere als auch der äußere Meniskus eine wichtige Funktion als Stoßdämpfer und Stabilisator. Deshalb wird heutzutage möglichst versucht, den Meniskus zu erhalten (Meniskusnaht-/refixation) oder zumindest nur den erkrankten Meniskusanteil zu entfernen. Die Meniskus-Operation wird heute standardmäßig in Schlüssellochtechnik (arthroskopisch) durchgeführt. In der Rehabilitation sollte die kniestabilisierende Muskulatur gut auftrainiert werden. Zwei bis drei Wochen nach einer Meniskusteilentfernung ist die Sportfähigkeit für das Ringen in der Regel wieder gegeben.
Eine weitaus schwerere Verletzung des Kniegelenkes stellt die Ruptur des vorderen Kreuzbandes dar, oft kommt es auch zu Begleitverletzungen sowohl des Innenbandes als auch des inneren Meniskus. Bandverletzungen treten meistens beim Körperkontakt mit dem Gegner und gleichzeitigem starkem Verdrehen des Kniegelenkes auf. Der Sportler verspürt einen sofortigen heftigen Schmerz, der dann zunächst wieder abklingt. Anschließend tritt fast immer eine starke Schwellung des Kniegelenkes auf, in der Folgezeit verspürt der Sportler ein Instabilitätsgefühl. Eine möglichst schnelle und konsequente Behandlung von Bandverletzungen im Kniegelenksbereich ist wichtig, um möglichen Spätschäden im Gelenk (insbesondere Knorpelschäden) vorzubeugen. Beim Sportler sollte in der Regel eine operative Rekonstruktion des vorderen Kreuzbandes durch eine körpereigene Sehne erfolgen. Diese vordere Kreuzband-Operation ist heute ein routinemäßiger Standardeingriff und dauert in der Regel etwa eine Stunde.
Genau so wichtig wie die Operation ist eine konsequente intensive Rehabilitationsbehandlung. In den ersten sechs Wochen werden lediglich Bewegungsübungen ohne große Belastungen durchgeführt, danach wird die Belastung gesteigert mit insbesondere Übungen zum Muskelaufbau. Nach drei Monaten kann dann das Lauftraining wieder aufgenommen werden, nach sechs Monaten sind die Sportler in der Regel wieder voll einsatzfähig für das Ringen. Sehr selten kommt es beim Ringen auch zu Verletzungen des hinteren Kreuzbandes, welche in ähnlicher Art und Weise behandelt werden wie eine vordere Kreuzbandruptur. Oft ist es schwierig, für die notwendigen Therapiemaßnahmen und insbesondere die erforderliche Rehabilitation bei Aktiven und Funktionären die notwendige Einsicht zu finden, da die Wettkampfsaison von Spitzen-Ringern ganzjährig ist.
Häufig kommt es auch zu Beschwerden im Bereich der Kniescheiben, auf Grund einer chronischen Überbeanspruchung kommt es hier zu einer Schleimbeutelentzündung. Führt die Behandlung mit Ruhigstellung, Kompression, Kühlung und Gabe von entzündungshemmenden Mitteln (z.B. Diclofenac) nicht zum Erfolg, so ist eine operative Entfernung des Schleimbeutels angezeigt. Eine längere Einnahme von entzündungshemmenden Tabletten (z.B. Diclofenac) sollte auf Grund der Nebenwirkungen, insbesondere im Magen-Darm-Bereich mit Magengeschwüren, möglichst vermieden werden.

Der Gebrauch von Kniebandagen und Knieschützern ist allgemein beim Ringen zur Verletzungsprophylaxe zu empfehlen. Die früher geäußerte Befürchtung, dass es infolge der getragenen Kniebandage zu einer Muskelabschwächung der Oberschenkelmuskulatur käme, konnte wissenschaftlich widerlegt werden. Durch ein entsprechendes regelmäßiges Koordinations- und Krafttraining der kniestabilisierenden Muskulatur lässt sich das Risiko einer Kniegelenksverletzung zusätzlich reduzieren.


Ernährungs-Tipps fürs Ringen

Geschrieben von: Dr. med. Th. Steinacker

Für eine ausgewogene Sportbasisernährung ist eine ausgeglichene Flüssigkeits- und Energiebilanz von zentraler Bedeutung. Ein Sportler sollte zwei bis drei Liter Flüssigkeit pro Tag zu sich nehmen, ergänzt durch eine den schweißbedingten Verlusten entsprechende Ration. Alkoholische Getränke sollten in der Regenerationsphase nach dem Sport gemieden werden, sie verstärken den Mineralstoffverlust und hemmen die Testosteronausschüttung. Andererseits liefert alkoholfreies Bier und Malzbier einen hohen Anteil an Kohlenhydraten, Elektrolyten, Spurenelementen und Vitaminen und ist somit durchaus zu empfehlen. Zum Ausgleich des Elektrolytverlustes eignen sich am besten kalium- und magnesiumreiche Getränke. Die idealen Durstlöscher sind Mineralwasser und Frucht- und Gemüsesaftschorle aus 100% Fruchsaft und Wasser, weiterhin eignen sich Früchte- und Kräutertees. Milch bietet eine Vielzahl hochwertiger Proteine, Calcium und Vitamine, allerdings ist Milch nicht als schnelles, isotonisches Getränk direkt nach dem Sport geeignet, da die Nährstoffdichte sehr hoch ist. Fruchtsaftgetränke, Fruchtnektare, Limonaden und Brausen sind keine geeigneten Getränke. Frucht- und Obstsäfte sollten möglichst im Mischungsverhältnis 1:2 (Fruchtsaft:Wasser) verdünnt werden.

Bei der Auswahl der Nahrungsmittel gilt es, folgende Zusammensetzung zu beachten:
Der Anteil der Kohlenhydrate sollte etwa bei 60% liegen, dabei sind Kartoffeln, Reis, Nudeln und frisches Obst besonders empfehlenswert. Die Fettzufuhr sollte 1,5 g pro kg Körpergewicht nicht übersteigen. Um den Tagesbedarf an Eiweiß zu decken sind 1,2 bis 1,8 g pro kg Körpergewicht, d.h. ca. 10 bis 15% der gesamten Nahrung in Form von Fisch, Geflügel, Fleisch, Magerquark oder fettarmer Milch erforderlich. Um konstante Stoffwechselverhältnisse zu schaffen, insbesondere im Blutzucker- und Insulinhaushalt, ist es sinnvoll, über den Tag verteilt drei größere und zwei bis drei kleinere abwechslungsreiche Mahlzeiten zu sich zu nehmen. Zur rascheren Regeneration empfiehlt es sich, nach muskulärer Beanspruchung ohne größeren zeitlichen Verlust die Energiespeicher mit schnellverwertbaren Kohlenhydraten und Eiweißen aufzufüllen. Bei regelrechter Nahrungsaufnahme kann auf zusätzliche Vitaminpräparate verzichtet werden, lediglich beim Gewichtmachen und bei umfangreichen Belastungsformen (Trainingslager) ist die ärztlich verordnete Einnahme von Mineral- und Vitaminpräparaten ratsam.

Zur weiteren Information hier Internet-Adressen:
Deutsche Gesellschaft für Ernährung: www.dge.de
Falscher Einwurf! Gegen Doping und Medikamentenmissbrauch: www.falscher-einwurf.net
Olympiastützpunkt Köln-Bonn-Leverkusen (Hinweise zu Nahrungsergänzungsmitteln):
www.osp-köln.de
Informations- und Dokumentationsstelle am Institut für Ernährungswissenschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen: www.nutrisport.de
AID Info-Dienst Verbraucherschutz, Ernährung, Landwirtschaft e.V.: www.aid.de


Reinigung der Ringermatte

Geschrieben von: Dr. Diezemann
 
Die Klagen von Trainern, Athleten und deren Angehörigen über Hauterkrankungen durch Hautpilze sind unverändert häufig. Nicht nur wir Ärzte müssen uns mit diesem Problem immer wieder befassen auch die Kampfrichter werden Wochenende für Wochenende mit dieser Problematik konfrontiert. Letztere müssen einen Athleten mit auffälligen Hautveränderungen an der Waage abweisen, wenn dieser kein fachärztliches Attest (Facharzt für Hauterkrankungen – Dermatologe) vorlegt. Aus diesem Attest muss hervorgehen, dass es sich bei der Hautveränderung um eine nicht ansteckende Erkrankung handelt, die für andere Athleten ungefährlich ist. Dieses Attest darf nicht älter als 8 Tage sein ( Einzelheiten siehe Richtlinien für die Bundesligakämpfe 2005/2006, Heft 6/2005 „ Der Ringer“ .


Aufgabe von uns Ärzten ist jedoch nicht nur die Behandlung dieser Hauterkrankungen sondern viel mehr darauf hinzuwirken, dass diese Erkrankungen überhaupt nicht auftreten. Mehrfach wurde im „Der Ringer“ darüber in dieser Artikelserie schon berichtet ( siehe vor allem die Hefte 9 u. 12/1995 ) .Trotzdem zwingt die Aktualität, dass ich nochmals auf die wichtigsten Punkte hinweise.

Die meisten Infektionserkrankungen der Haut werden durch einen direkten oder indirekten Kontakt mit erregerhaltigen Material übertragen. Erreger (Bakterien, Viren, Pilze) kommen überall vor. Sie finden sich jedoch in erhöhter Konzentration z. B. in Eiter, Körpersekreten u. Körperflüssigkeiten sowie Blut. Für das Auftreten einer Hauterkrankung ist allerdings neben einer entsprechenden Menge an Krankheitserregern auch eine Eintrittspforte notwendig. Die unverletzte gesunde Haut verfügt über wirksame Abwehrmechanismen. Ein Athlet, welcher regelmäßig trainiert hat jedoch fast immer kleine Verletzungen oder Hautabschürfungen, die als Eintrittspforte dienen. Durch regelmäßiges Duschen nach dem Training oder dem Wettkampf wird die normale Hautoberfläche ebenfalls so verändert, dass Keime leichter eindringen können. Dies vor allen Dingen dann, wenn zu „ scharfe „ Duschmittel oder zu viel Seife benutzt werden, welche die Haut auslaugen und somit die normale Hautoberfläche schädigen und den normalen Abwehrmechanismus herabsetzen. So bietet die Haut dann Keimen und Pilzen ideale Eintrittspforten. Aus diesem Grund sollten Duschmittel mit einem ph-Wert von 5,5 verwandt werden. Nach dem Duschen ist es sehr wichtig, dass die Haut gut trocken ist, bevor man sich ankleidet. Denn feuchte Haut bildet wiederum eine gute Eintrittspforte für Keime insbesondere Pilze. Die Trainingskleidung und das Ringertrikot sollten bei 60° mit einem handelsüblichen Waschmittel nach jeder Benutzung gewaschen werden.

Ein weiterer Infektionsschwerpunkt kann die Ringermatte sein. Sie ist wie alle Flächen immer mit einer Vielzahl überall vorkommender Keime besiedelt, die aber in der Regel keine Hautkrankheiten auslösen. Zu Hauterkrankungen kommt es dann, wenn die oben angeführten Punkte zum Tragen kommen. Da diese Punkte, wie schon geschildert und allgemein bekannt beim Ringen nicht vollständig zu vermeiden sind muss die Keimanzahl auf der Ringermatte soweit als möglich vermindert werden. Dies ist nur dann möglich, wenn die Ringermatte regelmäßig mit einem umweltfreundlichen Haushaltsreiniger gründlich gereinigt wird.
Sichtbare Verschmutzungen müssen natürlich sofort gründlich entfernt werden. Wenn nicht auszuschließen ist, dass die Matte mit möglicherweise krankheitserregendem Material ( Eiter oder Blut) verunreinigt wurde, dann ist eine Desinfektion notwendig. Dafür kommen alkoholische Mittel in Frage, die man in Apotheken oder Drogerien erhält. Der verunreinigte Mattenanteil muss damit großflächig im Sinne einer Wischdesinfektion gereinigt werden. Da diese Mittel allergieauslösend sein können sollte nicht regelmäßig desinfizierte werden. Auch muss auf eine gute Belüftung geachtet werden, da diese Mittel nicht unbedenkliche Dämpfe erzeugen. Von einer, regelmäßig mit einem umweltfreundlichen Haushaltsreiniger gereinigten sauberen Matte, geht in der Regel keine erhöhte Infektionsgefahr für die Haut aus. Die regelmäßige Reinigung der Matte allein führt schon zu einer deutlichen Keimverminderung ( siehe Richtlinien für die Bundesligakämpfe 2005/2006)!

Ein weiterer wichtiger Hinweis ist noch zu beachten. In Zeiten geschwächter Körperabwehr (z. B. Erkältung) ist der Körper auch anfälliger für Hautinfektionen. So ist es wichtig, dass der Athlet im Falle einer Infektionskrankheit seine Teilnahme an Wettkämpfen absagt bzw. sich ärztlich beraten lässt. Haben Sie keine Angst vor Pilzbefall der Haut. Achten Sie auf eine gute Körperhygiene und wirken Sie in Ihrem Verein darauf hin, dass die Matten immer, wie geschildert, gereinigt werden. Sollte es trotzdem zu einer Infektion der Haut kommen suchen Sie schnellstmöglich einen Arzt bzw. Facharzt für Hauterkrankungen (Dermatologe) auf. Je eher behandelt wird, um so leichter ist die Erkrankung zu beherrschen und der Trainings- bzw. Wettkampfausfall hält sich in Grenzen.

Dr. med. Eckart D. Diezemann
Mitglied der Ärztekommission im DRB u. der FILA


Impfen für Ringer

Geschrieben von: Dr. Karl Ritter 

Schon vor einigen Jahren habe ich einmal einen Artikel über das Impfen geschrieben. Grundsätzlich hat sich seitdem nicht viel verändert, jedoch denke ich, dass es an der Zeit ist und nachdem so viele Jahre verstrichen sind, das Thema noch einmal aufzufrischen:

1. Gegen Tetanus, Diphterie und Polio ( Kinderlähmung ) sollte jeder Mensch geimpft sein, wobei die einfache Durchimpfung alle 10 Jahre erforderlich ist. Die einzige Einschränkung besteht darin, dass von der STIKO empfohlen wird, Erwachsene nach einer erfolgten Grundimmunisierung gegen Polio, nicht wieder aufzufrischen. Der Grund ist wohl darin zu suchen, dass es zu viele Impfnebenwirkungen gegeben hat.
2. Menschen, die viel in exotische oder heiße Länder fahren, sollten unbedingt gegen Hepatitis B geimpft werden. Dies ist eine ganz wichtige Sache, denn es sterben heutzutage mehr Menschen an den Folgen einer Hepatitis B als z.B. an Aids. Diese Impfung wird bis zum 18. Lebensjahr von der Krankenkasse übernommen. Wenn man dann schon gegen Hepatitis B impft, sollte man es nicht versäumen, evtl. gleich eine Kombinationsimpfung mit Hepatitis A zu machen, denn wer öfters verreist und auch im Urlaub gerne Meeresfrüchte und Fisch isst, gerät doch in Gefahr eine Hepatitis A zu bekommen. Diese heilt zwar üblicherweise folgenlos aus, ist aber mit einer Krankheitszeit von bis zu 6 Wochen nicht unbedingt ein Zuckerlecken.
3. Insbesondere Leistungssportler bekommen bei intensivem Training eine Schwäche des Immunsystems mit Absenkung der T- Helferzellen. Deswegen empfiehlt es sich für Sportler sich gegen Grippe impfen zu lassen. Besonders unter bei einer drohenden Human- Grippe- Epidemie verbunden evtl. mit einer Vogel- Grippe- Epidemie ist eine Grippeimpfung beinahe unerlässlich.
4. Andere zur Verfügung stehende Impfungen, wie zum Beispiel gegen Cholera, Typhus oder Fleckfieber sollten mit dem Hausarzt besprochen werden. Dies ist dann eine Frage der Reisedauer, des mehr oder weniger exotischen Reiseziels und des persönlichen Verhaltens vor Ort ( siehe Typhus: Peel it, cook it or forget it ! ).


Vorschläge zum Gewichtmachen aus sportmed. Sicht

Geschrieben von: Prof. Dr. Schardt

Es steht zweifelsfrei fest, dass häufiges „ Abkochen „ bzw. Gewichtmachen besonders bei Jugendlichen in der Wachstumsphase zu Wachstumsstörungen führen kann. In der inzwischen umfangreichen sportmedizinischen Literatur zeigt sich, dass extremes Abnehmen, d.h. mehr als 3% des Körpergewichts innerhalb von 1-2 Tagen auch bei Erwachsenen zu Blutdruckabfall, Erhöhung der Ruhe- und Belastungsherzfrequenz, Abnahme des Herzschlafvolumens, Ausbildung von Katecholaminen ( Adrenalin ), verminderte Nierendurchblutung mit Gefahr einer passageren Nierenfunktionsstörung, reduzierte Muskeldurchblutung mit Abnahme der Leistungsfähigkeit der Kraft sowie eine Minderung der körperlichen Abwehrkräfte verbunden ist. In nicht klimatisierten Hallen besteht außerdem noch die Gefahr von Hitzeschäden durch die erhöhte Viskosität des Blutes ( Bluteindickung ). Neben den bereits veröffentlichen Ratschlägen für die Ernährung beim Ringen möchte ich generell für das „Gewicht machen „ folgende Vorschläge unterbreiten:


1. Während der Wettkampfvorbereitung ist eine engmaschige Gewichtskontrolle (am besten 1-2x/Tag) mit einer geeichten Waage absolut verpflichtend. Dabei sollte das Körpergewicht nicht mehr als 5% über dem Zielgewicht, bzw. der gewünschten Gewichtsklasse liegen. Durch den technischen Fortschritt ist es heutzutage außerdem möglich, mit einer bioelektrischen Impedanz – Analyse ( BIA- Messung ) eine gezielte Wettkampfvorbereitung bezüglich Gewicht und der Körperzusammensetzung vorzunehmen. Diese Methode kann relativ zuverlässig das Körperfett, die Magermasse, die aktive Zellmasse bzw. Muskelmasse und das Körperwasser bestimmen. Entsprechend den hierbei gewonnenen Daten kann man zum Beispiel durch eiweißreiche, fettarme und salzarme Kost sowohl das Körperfett als auch das Körperwasser deutlich reduzieren ( siehe Ratschläge für Ernährung Teil I ). Gleichzeitig ist es möglich durch Leistungstests ( Fahrradergometrie, 30 m Sprint, 30 sec. Sprungtest ) die körperliche Leistungsfähigkeit ständig zu beurteilen und zu kontrollieren.
2. Basierend auf diesen umfangreichen Kontrollmaßnahmen ist es relativ einfach in den zwei letzten Tagen vor dem Wettkampf weniger als 3% des Körpergewichts zusätzlich zu reduzieren. Hierbei ist das aktive „ Gewicht machen „ d.h. Intervalltraining und Krafttraining dem passiven „ Gewicht machen“ ( Sauna ) der Vorzug zu geben, da sowohl der Wasser- als auch Mineralverlust beim Schwitzen in der Sauna deutlich höher ist.
3. Um eine Minderung der Körperkraft aber auch der Immunabwehr zu verhindern, empfiehlt sich eine Supplementierung mit Mineralien. Entsprechend der Einteilung in der Biochemie und Physiologie in so genannte Makroelemente ( Magnesium, Kalzium, Kalium, Natrium ) und Spurenelemente ( Zink, Kupfer, Mangan, Selen, Molybdän ) werden auf dem Markt zwar viele Präparate angeboten, von denen sich aber nur wenige wirklich bewährt haben. Für die Ergänzung der Makroelemente empfiehlt sich die Gabe von Magnesiumorotat oder Magnesiumaspartat kombiniert mit einem Kaliumpräparat ( am besten Kalinor retard ). Diese Präparate haben den Vorzug keine lästigen Durchfälle bei den Athleten bzw. der Athletin zu erzeugen. Bei den Spurenelementen würde ich die Präparate Molybdän comp. und BasoVital forte ( Granulat ), dem häufig gebrauchten Basica deutlich vorziehen, da es kein Natrium enthält. Während des „ Gewichtmachens „ sollten 10-15 Tabletten von Molybdän comp eingenommen werden, weil die Tabletten relativ klein sind.

Gerne bin ich bereit zusammen mit meinem Mitarbeiter Herrn Stefan Bedel, - ein ehemaliger Ringer -, konkrete Trainingspläne für die Trainer auf der Basis einer Bioelektrischen Impedanz Analyse zu erstellen.


Ernährung im Ringsport

Geschrieben von: Prof. Dr. Schardt

In den Sportarten mit unterschiedlichen Gewichtsklassen, insbesondere im Ringen ist eine kurzfristige Senkung des Körpergewichts vor einem Wettkampf ein häufiges und weit verbreitetes Verfahren, um das angestrebte Kampfgewicht in einer niedrigeren Gewichtsklasse zu erreichen.
In den meisten Fällen verspricht man sich davon größere Erfolgsaussichten sowohl für die Mannschaft als auch für den Einzelnen.

In mehrere Studien wird belegt, dass es sich bewährt hat das Körpergewicht um nicht mehr als 4-5 % innerhalb von 2 Wochen zu verringern. Durch diese langsame und mäßige Gewichtsreduktion konnten nachweislich Gesundheitsrisiken wie Störungen im Flüssigkeitshaushalt, Fehlernährung und Mangelerscheinungen durch Unterversorgung mit Vitaminen und Mineralien vermieden werden.
Aufgrund regelmäßiger Körpergewichts- und Körperfettmessung sollte frühzeitig vor Beginn einer Saison ermittelt und festgelegt werden, in welcher Gewichtsklasse der Athlet bzw. die Athletin antreten sollte. Durch eine sinnvolle und bewusste Ernährungsweise kann dann eine große und kurzfristig angesetzte Gewichtsabnahme vor den Wettkämpfen vermieden werden. Besonders bei Kindern und Jugendlichen in der Wachstumsphase kann das so genannte Gewichtmachen mit nachhaltigen Gesundheitsproblemen wie Wachstumsstörungen, Beschwerden an Sehnen und Gelenken einhergehen.
Durch den zum Teil ausgeprägten Flüssigkeitsverlust beim so genannten „Abkochen“ kommt es zwangsläufig zu einem erheblichen Defizit an Mineralien, insbesondere bei Magnesium, Kalium, Zink, Eisen, des Vitamin B- Komplexes sowie der Spurenelemente Jod und Selen. Mehrere wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass diese genannten Mineralien zwangsläufig mit den großen Schweißmengen ausgeschieden werden. Für Athleten / Athletinnen empfiehlt es sich während der Phase der Gewichtsabnahme ständig ihre Leistungsfähigkeit durch Messung der Kraft, Ausdauer und Schnelligkeit der Muskulatur zu überprüfen. Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Motivationsverlust können typische Warnsignale bei einer zu schnellen und zu hohen Gewichtsabnahme sein.

Für den Sportler bzw. die Sportlerin ist zur Gewichtsreduktion eine kohlenhydrat- und eiweißbetonte Mischkost empfehlenswert, die der Trainingsintensität und dem Körpergewicht angepasst ist. Sie sollte dementsprechend in einem Bereich zwischen 1000 – 1500 kcal / Tag liegen. Um den während einer Gewichtsabnahme unveränderten Bedarf an Einweiß; Vitaminen und Mineralstoffen zu decken, sind Lebensmittel mit einer hohen Nährstoffdichte zu bevorzugen. Dazu gehören z.B. alle Vollkornprodukte wie unpolierter Reis, Vollkornbrot, Dinkel und Grünkern ( gekocht ). Eine besondere Stellung nimmt hier die Pellkartoffel ein, die neben wichtigen Kohlehydraten so genannte essentielle Aminosäuren, d.h. wichtige Eiweißmoleküle, Kalium, Magnesium, Vitamin B Komplexe und Vitamin C enthält. Sie hat außerdem den Vorteil, dass sie sehr gut sättigt und im Verhältnis zum Volumen relativ wenig Kalorien enthält. Mit ihren Eiweißstoffen ergänzt sie geradezu in idealer Weise alle Ei-Gerichte, aber auch Rindfleisch und Fisch. Sehr gut bewährt hat sich die Kombination der Pellkartoffel mit Quark, Joghurt oder Dickmilch. Bei den Beilagen sollte grundsätzlich Gemüse ( Brokkoli, Kohl- und Krautsorten ), Salaten vorgezogen werden, da jene mehr Mineralien und Vitamine enthalten. Der Vitaminbedarf kann besonders gut durch frisches Obst gedeckt werden, wobei im Allgemeinen gilt, dass saure Obstsorten wie Zitrusfrüchte, Äpfel, rote Johannesbeeren, Sauerkirschen besonders reich an Vitamin C sind.
Bei der Zubereitung von Haferflocken oder Mehrkornmüslis sollte stets beachtet werden, dass die Körner zum einen frisch gemahlen sind um eine Oxidation der Vitamine zu vermeiden und zum anderen mit Milch auf 50-60% erhitzt werden, um eine volle Ausnutzung der Mineralien und Spurenelemente zu erreichen. Durch diese frische Zubereitung und das mäßige Erhitzen werden die phytatgebundenen Mineralien wieder durch die entsprechenden Enzyme ( Phytasen ) aufbereitet.

Besonders strikt sollten gepöckeltes Schweinefleisch aber auch alle anderen salzigen Nahrungsmittel wie Wurst und Schinken gemieden werden. Als besonders mineralreich gelten selbstgekochte Brühen oder Suppen aus Rinder- oder Kalbsknochen. Begreiflicherweise können Brühwürfel, die lediglich Salz und Geschmackstoffe enthalten diese sicher nicht ersetzen.
Im Allgemeinen gilt, dass eine salzreiche Kost wie größere Brotmengen, Wurst und Gepökeltes zu einer vermehrten Wassereinlagerung führt und damit eine unnötige Gewichtszunahme hervorruft. Fettreiche Fleischsorten wie Schweinefleisch und Lammfleisch können ebenfalls eine Gewichtszunahme begünstigen. Besonders empfehlenswerte Eiweißlieferanten sind Fisch und Fleischsorten, wie Rindfleisch, Kalbfleisch und Wild, wobei gekochtes Rindfleisch und Suppenfleisch als besonders fettarm gilt.
Geflügel und helles Fleisch enthält weniger Eisen und ist oft mit Anabolika belastet.
Als besonders negative Energieträger, die zu einer schnellen Gewichtszunahme führen, gehören Pommes frites, Mayonnaise, Leberkäs ( 80% Fett !! ), Mettwurst, Fleischwurst. Negativ wirken sich auch größere Mengen an Süßigkeiten aus, da sie keine Vitamine, Magnesium, Vitamin – B Komplex enthalten, die für die Energiegewinnung unverzichtbar sind.

Aufgrund der hohen Trainingsanforderungen ist die Einnahme von so genannten Nahrungsergänzungsmitteln wie Vitaminen und Mineralien durchaus zu empfehlen.
Im Vordergrund steht besonders im Ringsport die Kombination Magnesium und Kalium ( Thromcardin forte, Magium –K forte ) um Muskelkrämpfe, bedingt durch den hohen Schweißverlust im Training zu vermieden. Daneben gibt es auch noch empfehlenswerte Spurenelemente-Kombinationen wie z.B. Basica oder Molybdän- comp. Im Leistungssport ist auch ein erhöhter Bedarf an Jod, Zink und besonders Selen ( Selenase Tabletten. ) dokumentiert. Bei den Vitaminen empfiehlt sich im Bereich des Leistungsports eine zusätzliche Einnahme von Vitamin C ( 1-2 g/Tag ), Vitamin B Komplex, der besonders wichtig für den Kohlehydratstoffwechsel ist sowie auch von Folsäure. Der gesamte Bedarf kann auch durch Multivitamintabletten abgedeckt werden.

Um den Flüssigkeitsverlust besonders während harten Trainingsperioden abzudecken sollte man neben stillem Mineralwasser besonders Fruchtsäfte und Gemüsesäfte zu sich nehmen. Besonders beliebt ist die Apfelsaftschorle, die wie auch die anderen Fruchtsäfte durchaus mit einem Magnesium- und Kaliumgranulat angereichert werden können. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass Brausetabletten sowohl als Zusatz oder auch als Vitamintablette nicht empfehlenswert sind, da die Kohlensäure einen Großteil der Vitamine wieder vernichtet bzw. in nutzlose Karbonate umwandelt. Bei den Frucht- und Gemüsesäften ist besonders auf gute Qualität zu achten, die sich selbstverständlich auch im entsprechenden Preis niederschlägt.

Eine konkrete Empfehlung zur Gewichtsreduktion und zum Gewichthalten erfolgt in einer der nächsten Ausgaben des Ringers. Letztendlich sind eine gehaltvolle und kalorienreduzierte Ernährung in Verbindung mit einer sinnvollen Gabe an Nahrungszusatzstoffen die entscheidende Grundlage für die Fitness und Leistungsfähigkeit einer Ringerin bzw. eines Ringers.


Das Ringerohr

Geschrieben von: Dr. Karl Ritter

Ich denke es ist wieder an der Zeit ein paar Worte über das "Ringerohr" zu verlieren.

Was ist das Ringerohr ?

Das Ringerohr ist die Folge eines Blutergusses am Ohrknorpel – unter der Knorpelhaut.
Das körpereigene Gewebe ist so gering ausgebildet, dass es den entstehenden Bluterguss nicht aufsaugen kann. Dieser wird dann bindegewebig organisiert und führt zu den bekannten Verformungen.
Die Standardtherapie wäre nun:
Eröffnung des Blutergusses, Fensterung des Ohrknorpels und Vernähen der Knorpelhaut und der Ohrhaut mit dem Knorpel durch eine sogenannte Matratzennaht – mit einer Therapiedauer von etwa 6 Wochen.

Da dieses Vorgehen einem aktiven Sportler, der evtl. sogar mitten in der Trainingsphase oder im Wettkampf steht nicht zuzumuten ist, hat es sich eingebürgert den Bluterguss mittels einer sterilen Kanüle oder Spritze abzupunktieren. Diese Methode hat natürlich den Nachteil, dass der Bluterguss, wie bekannt fast immer wieder mehrfach nachläuft, so dass es unerlässlich ist, sofort nach der Punktion einen möglichst straffen Druckverband anzulegen.

Gelingt es nun den Bluterguss konsequent abzupunktieren, dann ist es klar, dass sich keine Verformungen bilden können. Allerdings wiederholt sich die Sache üblicherweise mehrfach und es kommt auch zu einer mehr oder weniger starken Ausprägung eines "Ringerohres".

Wenn man dies als Markenzeichen stolz mit sich herumtragen will, dann ist das auf jeden Fall in Ordnung. Wem dies nicht gefällt, der muss warten bis die aktive Ringerlaufbahn beendet ist und sich dann einem kosmetischen Chirurgen anvertrauen, der den organisierten Bluterguss vom Ohrknorpel abschält und ein "ohrkosmetisch" sauberes Ergebnis erzielt.


Tief schlafen, besser ringen!

Geschrieben von: Dr. med. Theo Steinacker

Zweifellos hat die Qualität des Schlafes entscheidenden Einfluß auf unsere Leistungsfähigkeit, nicht nur beim Ringen sondern auch bei allen anderen Tätigkeiten. Eine durchquälte Nacht wirkt sich dabei weit weniger negativ aus als ständige Schlafstörungen über Monate.
Das heißt, für eine gute Erholung nach dem Training ist die Qualität des Schlafes genauso wichtig wie die Qualität des Trainings. Um seine Schlafprobleme in den Griff zu bekommen, sollte man versuchen, eine Art Routine für die Schlafzeiten zu entwickeln. Das betrifft sowohl die Zeit des Zubettgehens als auch Aufwachens.

Jeden Morgen möglichst zur gleichen Zeit aufzustehen und abends zur gleichen Zeit ins Bett zu gehen, hilft, die biologische Uhr auf das Schlafbedürfnis abzustimmen, 8 bis 9 Stunden Schlaf sind dabei erforderlich. Koffein, Nikotin, aber auch Alkohol beeinflussen die Schlafqualität negativ, deshalb sollte 6 Stunden vor dem Einschlafen kein Kaffee oder schwarzer Tee mehr getrunken werden.

Raucher schlafen schlechter ein und wachen öfter auf als Nichtraucher. Ohne das richtige Bett ist ein tiefer und erholsamer Schlaf nicht möglich. Das Bett muß eine entsprechende Größe und eine entsprechende Matratze haben. Der Schlafraum sollte ausreichend abgedunkelt, schallisoliert und behaglich temperiert sein. Sorgen und Ängste sollten vor dem Zubettgehen aus der Welt geschafft werden, mit Streß schläft es sich schlecht. Ausgiebiges Essen vor dem Zubettgehen kann das Verdauungssystem derart aktivieren, daß anschließend der Schlaf massiv gestört ist. Bohnen, Obst, rohes Gemüse oder Salat sollten am späten Abend nicht in größeren Mengen gegessen werden.

Eine Untersuchung der Universität in San Diego mit 16 Radfahrern hat ergeben, daß ein täglich abends durchgeführtes intensives Radtraining von 3 Stunden zu keiner Beeinträchtigung führte, obwohl die Athleten schon 30 Minuten nach Ende des Trainings zu Bett gingen. Je besser der Fitneßzustand eines Sportlers, desto kürzer darf der Abstand von Trainings- und Schlafenszeit sein, ohne daß Einschlafprobleme auftreten. Ausreichender und genügend tiefer Schlaf ist die Grundlage für ein gutes Training und insbesondere für einen guten Wettkampf.


Erste Hilfe-Maßnahmen beim Ringen

Geschrieben von: Dr. med. Theo Steinacker

Jährlich ereignen sich in Deutschland über 1,5 Mill. registrierte Sportverletzungen. Ohne adäquate Akutbehandlung kommt es häufig zu Komplikationen und Verzögerung in der Heilung. Beim Ringen sind Verletzungen an der Tagesordnung!

Jeder Sporttreibende bzw. Sportbetreuende sollte deshalb die Erste-Hilfe-Maßnahmen bei akuten Sportverletzungen kennen. Wichtig ist es, auch vor Ort entsprechendes Behandlungsmaterial, wie z.B. Eis, sterile Kompressen oder elastische Binden in ausreichender Zahl zur Verfügung zu haben. Auch bei kleineren Sportverletzungen bestehen Ängste und Unsicherheit beim verletzten Sportler, so daß auch eine entsprechende psychische Betreuung erforderlich ist.

Jede Sportverletzung bedarf einer sofortigen Akuttherapie nach dem PECH-Schema. Dieses Schema besteht aus Pause, Eiskühlung, Kompression und Hochlagerung. Der Verletzte muß die Sportausübung unbedingt sofort unterbrechen, da sonst eine Verschlimmerung des Beschwerdebildes droht. Als nächstes sollte eine sofortige Kühlung mit Eiswasser erfolgen, hierdurch wird die lokale Blutzirkulation verringert und der Ausbildung eines Blutergusses entgegengewirkt. Die Kühlung sollte mindestens 20 Min. andauern. Geeignete Mittel sind in einer Plastiktüte schwimmende Eisstücke bzw. spezielle Kühlpäckchen.

Vorsicht bei der Anwendung von Eisspray, welches zu lokalen Erfrierungen führen kann! Durch die Kältewirkung kommt es auch zu einer deutlichen Schmerzlinderung sowie einer Minderung der Schwellung und der Entzündungsreaktion. Bei einer Verletzung kommt es immer zur Zerreißung von kleinen Blutgefäßen, hieraus entsteht ein Bluterguß. Dieser kann durch eine dosierte Kompression eingeschränkt werden. Hierzu wird eine elastische Binde mit leichter Spannung angelegt. Der Kompressionsverband kann mit der Eispackung kombiniert werden.

Als vierte Maßnahme ist eine Hochlagerung erforderlich, hierdurch wird ebenfalls die Schwellung und Blutungsneigung verringert. Bei allen akuten Verletzungen sind Massagen sowie Wärmeanwendungen zu vermeiden.

Blutende Wunden erfordern das Anlegen eines Druckverbandes. Ist die Blutung auf diese Weise nicht zu stoppen, sollte eine zweiter fester Druckverband über den ersten angelegt werden. Ein Abbinden der betroffenen Gliedmaße sollte auf jeden Fall unterbleiben.
Bei Schnitt- und Stichwunden können tiefere Gewebeschichten verletzt sein, die Wunde sollte mit sterilem Verbandsmaterial abgedeckt und es sollte ein Arzt konsultiert werden. Fremdkörper, die noch in der Wunde stecken, sollten auf keinen Fall entfernt werden. Schürfwunden werden mit klarem Wasser gereinigt und mit einer alkoholischen Lösung desinfiziert. Salben oder Gels sollten nicht auf offenen Wunden zur Anwendung kommen. Während der Kampfzeit auftretende Platzwunden werden mit zirkulären Tapestreifen verschlossen und nach dem Kampf vom Arzt versorgt. Kleine Platzwunden können geklebt werden (Gewebekleber/spezielle Pflaster), größere werden vernäht.

Beim Nasenbluten ist die Blutung durch Druck auf die Nasenflügel zu stoppen. Wegen der begrenzten Verletztenzeit wird jedoch häufig eine Tamponade mit Wattetupfern (richtige Größe!) durchgeführt.

Bei allen Brüchen sollte der Verletzte so wenig wie möglich bewegt werden. Auf keinen Fall sollte versucht werden, fehlstehende Knochen zu richten. Der Verletzte sollte bequem gelagert werden und man sollte ihm Trost zusprechen. Bei offenen Brüchen muß die Wunde steril abgedeckt werden. Der Abtransport des Verletzten ist Sache des Sanitätspersonals.
Hautblässe, kalter Schweiß und Übelkeit sind Zeichen von Kreislaufkomplikationen, der Betroffene sollte auf dem Rücken gelagert und die Beine hochgehalten werden. Ist der Sportler nicht mehr ansprechbar (Bewußtlosigkeit) wird er, wie im Erste-Hilfe-Kursus gelehrt, in eine stabile Seitenlagerung gebracht, schnellstmögliche Weiterversorgung durch einen Arzt.

Zu den häufigsten Verletzungen gehören Bandkapselverletzungen des oberen Sprunggelenkes. Sie entstehen meist nach einem Fehltritt oder durch eine Bodenunebenheit. Die Sofortmaßnahme besteht in Kühlen mit Eiswasser, Anlegen eines leicht komprimierenden Verbandes und Hochlagerung. Weitere diagnostische Abklärung durch einen Arzt ist unbedingt erforderlich, da es sonst zu chronischen Bandkapselinstabilitäten kommen kann.

Die Ursache der Gehirnerschütterung besteht in einer Gewalteinwirkung durch einen Schlag, Sturz oder Tritt. Die Bewußtseinslage des Sportlers sollte geprüft werden, indem man mit ihm spricht und fragt, ob er den Unfallhergang erzählen kann. Bewegt man einen Finger vor den Augen des Verletzten langsam hin und her, so müssen die Augen der Bewegung folgen können. Besteht der Verdacht auf eine Gehirnerschütterung, darf der Verletzte sich auf keinen Fall weiter sportlich betätigen. Bis zum Transport ins Krankenhaus sollte er mit etwas erhöhtem Oberkörper gelagert und gegen Auskühlung mit einer Decke geschützt werden.

Verletzungen der Halswirbelsäule infolge einer Verstauchung oder Zerrung (Stürze beim Ausheben) sind häufig. Bei heftigen Beschwerden sollte der Kampf abgebrochen werden und ein schonender Transport (Vakuummatratze) durch geschultes Personal in die Klinik zur Abklärung erfolgen. Besondere Vorsicht ist bei auftretenden Gefühlsstörungen oder Muskelschwächen in den Armen oder Beinen geboten!

Beim Ringen kommt es häufiger zu Verrenkungen der Finger, des Ellenbogens und der Schulter. Fingerverrenkungen kann der Verletzte meist selbst durch Längszug einrenken. Bei Ellenbogen- und Schulterverrenkungen sollte dies möglichst rasch (am besten auf der Matte) durch einen Arzt erfolgen.

Bei längerer Belastungsdauer und insbesondere bei hohen Außentemperaturen treten gehäuft Muskelkrämpfe auf. Diese sind meistens Folge einer muskulären Ermüdung infolge Milchsäureanhäufung. Die Bedeutung der Elektrolyte und hier insbesondere des Magnesiums wird in Sportlerkreisen häufig überschätzt. Zu beachten ist, daß neben den Elektrolyten auch immer eine ausreichende Menge Flüssigkeit und leicht resorbierbare Kohlenhydrate aufgenommen werden. Die Ursachen von Muskelkrämpfen sind jedoch vielschichtig und deshalb sollte immer eine klinische Untersuchung und Labordiagnostik erfolgen.

Als orthopädische Ursachen wären Fußdeformitäten, Rückenbeschwerden, verkürzte Muskulatur sowie Muskelverhärtungen zu nennen. Allgemeinmedizinische Ursachen stellen Durchblutungsstörungen, Infektionskrankheiten und hierbei insbesondere Virusinfektionen, Medikamenteneinnahme sowie chronische Vergiftungen mit Alkohol, Nikotin oder Fluor dar. Die Therapie der Muskelkrämpfe besteht in Beseitigung der auslösenden Ursachen, vorsichtigen, lokalen Dehnübungen, Flüssigkeits-, Elektrolyt- und Kohlenhydratersatz. Sehr bewährt haben sich auch lokale Eisabreibungen und Lockerungsmassagen.



Schleimbeutelentzündung - Was tun?

Geschrieben von: Dr. med. Theo Steinacker

Durch intensive Belastungsformen mit erhöhten Druck- und Reibungskräften kommt es beim Ringen häufig zu Schleimbeutelentzündungen im Bereich des Ellenbogens und des Kniegelenkes. Schleimbeutel sind enge, wenig Gelenkschmiere enthaltende Hohlräume an besonders druckbelasteten Stellen des Körpers.

Sie bedingen ein reibungsfreies Verschieben der Gewebsschichten zwischen Knochen, Sehnen, Gelenken, Muskeln und Bändern. Als Ursache für solche Schleimbeutelentzündungen kommt am häufigsten eine mechanische Überbelastung oder eine Verletzung in Frage. Im Rahmen einer 6-jährigen Untersuchung der Universität Iowa bei 136 Ringern war die Schleimbeutelentzündung die häufigste Verletzung im Kniegelenksbereich. Bei den betroffenen Sportlern kam es in 60% zu langwierigen Einschränkungen der Trainings- und Wettkampffähigkeit. Wegen ihrer oberflächlichen Lage direkt unter der Haut sind die Schleimbeutel im Bereich des Kniegelenkes und des Ellenbogens besonders für Infektionen über kleine Verletzungen gefährdet.

Deshalb sollten auch kleine Hautabschürfungen und Hauteinrisse im Bereich des Ellenbogens und des Kniegelenkes desinfiziert und verbunden werden. Im Anfangsstadium sind die Beschwerden bei der Schleimbeutelentzündung gering. Der Sportler verspürt ein reibendes, brennendes Gefühl im Bereich der Kniescheibe oder des Ellenbogens. Bei fortgesetzter sportlicher Belastung treten dann Schmerzen, Schwellung, Überwärmung und Ergußbildung auf. Die Behandlungsmaßnahmen bestehen in Ruhigstellung, Kompression, Kühlung und Gabe von Antiphlogistika (entzündungshemmende Mittel, wie Diclofenac).

Während bei der lokalen Behandlung mit Diclofenac-Präparaten (z.B. Voltaren Emulgel) keine Nebenwirkungen zu erwarten sind, muß bei längerer Tabletteneinnahme von Diclofenac doch mit Nebenwirkungen, insbesondere im Magen-Darm-Bereich (Magengeschwür!) gerechnet werden. Kommt es bei den Schleimbeutelentzündungen zu einer Ergußbildung, wird dieser abpunktiert und ein Schaumgummi-Kompressionsverband angelegt.

Der Ringer muß dann das Bein hochlagern und kühlen. Bei rechtzeitiger Behandlung kommt es in der Regel zur Ausheilung. Ruhigstellung und Kompression müssen jedoch nach einer solchen Punktion mindestens für eine Woche eingehalten werden. In dieser Zeit sind am verletzten Arm/Bein nur Muskelanspannungsübungen indiziert, ansonsten Ausgleichstraining der übrigen Extremitäten.

Das wettkampfspezifische Training (Ringen) kann mit Ellenbogen-/Knieschützern frühestens nach einer Woche wieder begonnen werden. Der Gebrauch von Ellenbogen- und Knieschützern stellt auch die einzige vorbeugende Maßnahme gegen solche Schleimbeutelentzündungen dar. Bei ausgeprägten Schleimbeutelentzündungen mit Ergußbildung und Entzündungssymptomatik kommt es sehr häufig zu Recidiven.

Sollte sich mehrfach Gewebswasser im Schleimbeutel bilden, ist eine operative Behandlung erforderlich. Früher erfolgte dies über einen querverlaufenden Hautschnitt. Öfters kam es dann jedoch in der Folgezeit zu Beschwerden im Narbenbereich am Kniegelenk beim Hinknien. Aus diesem Grunde wird heute der Schleimbeutel sondengesteuert mit einer kleinen Stichincision entfernt. Insbesondere bei Ringern hat sich dies besonders bewährt, weil nur kleine Operationsnarben zurückbleiben und eine schnellere Wiedereingliederung in den Trainingsbetrieb ermöglicht wird.

 

Hauptsache gut versichert!

Geschrieben von: Dr. med. Theo Steinacker

Jedes Jahr ereignen sich im Sport über 1,5 Mill. gemeldete Sportunfälle. Am besten ist es natürlich, durch gezielte Präventionsmaßnahmen Verletzungen zu verhindern. Wenn es auch beim Ringen in der Mehrzahl zu kleinen Verletzungen kommt, die folgenlos ausheilen, so treten doch immer wieder auch vereinzelt schwerere Verletzungen auf, die auch bei optimaler Behandlung mit gewissen Funktionseinbußen einhergehen. Eine gewisse Absicherung bei Verletzungen stellen Versicherungen dar.

Jeder Sportler ist aufgrund seiner Vereinsmitgliedschaft im Rahmen eines Sportversicherungsvertrages in einem gewissen Umfang versichert. Diese Sportversicherung kann jedoch nur als Zusatzversicherung zur Krankenversicherung und zur privaten Unfall- und Haftpflichtversicherung gesehen werden, als alleiniger Versicherungsschutz ist sie nicht ausreichend.

Die genauen Versicherungsbedingungen können bei den einzelnen Landessportbünden erfragt werden. Versicherungsschutz besteht praktisch für alle Unternehmungen im Bereich des Sports, außer Veranstaltungen, welche von einem nationalen oder internationalen Spitzenverband ausgerichtet werden (Deutsche Meisterschaften, Internationale Meisterschaften) .

Neben einer Unfallversicherung bietet die Sportversicherung auch eine Haftpflichtversicherung, eine Reisegepäckversicherung, eine Rechtsschutzversicherung und eine Krankenversicherung. Die Krankenversicherung kommt erst nach Vorleistung anderer Leistungsträger (gesetzliche oder private Kranken- oder Unfallversicherungen etc.) zum Einsatz. Neuerdings sind durch die Sportversicherung auch sämtliche Heilkosten im Ausland gedeckt, so daß eine Zusatzversicherung im Rahmen von Auslandsveranstaltungen der Verbände und der Vereine nicht mehr erforderlich ist.

Für Hochleistungssportler (A-, B-, C-Kader-Athleten) hat die Stiftung Deutsche Sporthilfe eine weitere Sportversicherung abgeschlossen mit einer zusätzlichen Unfallversicherung, Haftpflichtversicherung und Rechtsschutzversicherung, hier werden auch die nicht durch die private oder gesetzliche Krankenkasse abgesicherten Behandlungskosten nach einer Verletzung übernommen.

Wichtig ist es, bei jedem Schadensfall eine unverzügliche Meldung bei der entsprechenden Versicherung durchzuführen. In jedem Verein sollte eine Person für die Schadensaufnahme und Überwachung der Regulierung verantwortlich sein. Für die Schadensmeldung sind entsprechende Formulare zu benutzen. Ansprüche auf Invaliditätsleistungen müssen bis zum 15.Monat nach Unfallereignis gemeldet werden (in manchen Landessportbünden auch bis zum 30.Monat) .

Für Rückfragen stehen die Versicherungsbüros der Landessportbünde gerne zur Verfügung. Noch einmal sollte darauf hingewiesen werden, daß die Sportversicherung über den Sportverein nur eine Zusatzversicherung darstellt und auch nur bei schwereren Unfällen zum Einsatz kommen kann. Um einen Komplett-Versicherungsschutz zu erreichen sollten alle Sportler eine ausreichende private Unfall- und Haftpflichtversicherung abschließen.