Nationale Regeln Einzelmeisterschaften

 

                                                                                        

Die FILA hat folgende Regelauslegungen bekannt gegeben, die im DRB bei den Einzelmeisterschaften ab sofort voll umfänglich angewandt werden.
 
1. Kampfzeit (Dauer der Kämpfe – Artikel 24)
 
2 x 3 Minuten in den Altersklassen der Männer, Frauen und Junioren.
2 x 2 Minuten in den Altersklassen der Kadetten und Schüler
 
Die Pause beträgt jeweils 30 Sekunden.
 
2. Arten von Siegen (Artikel 31)
 
Ein Kampf kann auf folgende Arten gewonnen werden:
 
● durch Schultersieg
● nach Punkten. Der Sieger wird durch die Addition der Punkte beider Runden ermittelt.
● durch technische Überlegenheit
● durch Nichtantreten, Aufgabe, Disqualifikation oder Verletzung des Gegners
 
 
Siegkriterien bei Punktgleichheit
Bei Punktgleichheit wird der Sieger aus folgender Reihenfolge ermittelt:
 
1. Anzahl der wenigsten Verwarnungen
2. Anzahl der höchsten Wertungen
3. letzte Wertung
 
Endet im gr. röm. Stil ein Kampf 0:0 gelten folgende Kriterien:
1. Anzahl der wenigsten Verwarnungen (0)
2. bei Gleichheit der Ringer der zuletzt am aktivsten war (wird durch Passivitätsanzeige durch den Kampfrichter angezeigt)
 
Der Kampf wird mit einer technischen Überlegenheit in folgenden Fällen beendet:
 
Bei einer Differenz von 7 technischen Punkten.
Bei einer 5’er Wertung, wenn der Ringer damit nach Punkten in Führung geht.
Bei der zweiten 3’er Wertung, wenn der Ringer damit nach Punkten in Führung geht.
 
In der gefährlichen Lage ist der Kampf nicht zu unterbrechen, sondern der Kampfrichter muss abwarten bis ein Schultersieg erfolgt. Liegt der Ringer nach einer 5’er Wertung oder der zweiten 3’er Wertung nicht sofort in Führung oder besteht ein Punktgleichstand, wird der Kampf bis zum Ende der Kampfzeit fortgesetzt, es sei denn der Kampf endet durch ein anderes Kriterium vorzeitig.
 
4. Bewertung der Risikobereitschaft im Standkampf - eigener Angriff (Artikel)
 
Kommt ein Ringer durch einen eigenen Angriff in die Unterlage, wird der Kampf unterbrochen und ohne Wertung im Standkampf fortgesetzt. Damit soll die Risikobereitschaft erhöht werden.
 
5. Bewertung von Griffen und Aktionen (Artikel 40)
 
2 Punkte erhält der Ringer, der seinen Gegner ohne eine gefährliche Lage oder Amplitude zu Boden bringen kann und ihn sicher von hinten beherrscht. Dies gilt auch dann, wenn die Aktion auf der Schutzzone endet.
 
Hinweis: Die ausgeführte Technik in die Bauchlage ohne Amplitude und Beherrschung wird weiterhin mit 1 Punkt bewertet.
 
2 Punkte erhält der Ringer, der von der Unter- in die Oberlage kommt und seinen Gegner sicher von hinten beherrscht.
 
 
6. Vorgehensweise bei der Passivität - Freistil und gr. röm. Stil (Artikel 48)
 
Die Bestrafungen der Passivität zwischen dem freien Stil und gr. röm. Stil unterscheiden sich nach dem Artikel 48 deutlich.
 
Beim Freistil gilt folgende Regelung:
 
Jedes Mal, wenn ein Ringer blockiert, Finger fasst, seinen Gegner abwehrt und/oder allgemein inaktiv ist, ist eine verbale Stimulation „Caution Red“ oder „Caution Blue“ auszusprechen. 
 
Beim 1. Verstoß erfolgt eine verbale Ermahnung „Attention“.
 
Beim 2. Verstoß wird der Kampf kurz unterbrochen. Der Kampfrichter zeigt die Passivität (P) an und fordert den passiven Ringer im Rahmen der Aktivitätszeit von 30 Sekunden auf, eine Wertung zu erzielen. Es läuft eine Aktivitätszeit von 30 Sekunden. Sollte innerhalb der 30 Sekunden „Strafzeit/Aktivitätszeit“ keine Wertung fallen, wird eine Verwarnung für den angezeigten passiven Ringer und ein Punkt für den Gegner ausgesprochen (0 + 1).
 
In der 1. Runde muss der Kampfrichter obligatorisch beim Stande von 0:0 bei 2:00    
Minuten den Kampf unterbrechen und einen passiven Ringer anzeigen und die Aktivitätszeit   
von 30 Sekunden einführen. Es gilt dann, das gleiche Prozedere wie beim 2. Verstoß beschrieben.
 
Hinweis:  Die Strafzeit kann nach dem obigen Verfahren auch jeweils in dem 2. Kampfabschnitt jederzeit wiederholt erfolgen. Jedoch sollte die letzte Strafzeit bei 2:30 Min. bzw. 5:30 Min. starten, damit die 30 Sekunden ausgeschöpft werden können.
 
Unberührt bleiben davon nach wie vor die Sanktionen der Griffflucht/Mattenflucht gemäß des Artikels 50.
 
 
Für den gr. röm. Stil gilt folgende Regelung:
 
Jedes Mal, wenn ein Ringer blockiert, Finger fasst, seinen Gegner abwehrt und/oder allgemein inaktiv ist, erfolgt eine verbale Stimulation „Caution Red“ oder „Caution Blue“. 
 
Beim 1. Verstoß erfolgt eine Ermahnung. Der Kampf wird unterbrochen und eine Passivität (P) für den Schuldigen ausgesprochen.
  
Beim 2. Verstoß eines Ringers mit wiederholter Passivität wird der Kampf unterbrochen und eine Verwarnung (0) ohne Punkt für den Gegner ausgesprochen.
 
Der Aktivere kann jetzt zwischen Stand- oder Bodenposition wählen (verkehrter Ausheber oder Hände auflegen). Bei der Einnahme der Bodenlage gibt es keine zeitliche Begrenzung. Der Kampfrichter entscheidet nach Aktivität des Obermanns.
 
Beim 3. Verstoß der wiederholten Passivität wird der Kampf unterbrochen und der Gegner erhält einen 1 Punkt (ohne Verwarnung). Auch hier kann der Aktivere über die Wahl Stand- oder Bodenkampf entscheiden.
 
Beim 4. Verstoß der Passivität eines Ringers wird der Kampf beendet. Der aktive Ringer gewinnt mit 4:0 (wird als Schultersieg gewertet).
 
Nach den Regelausführungen wird davon ausgegangen, dass im gr. röm. Stil der Kampfrichter bereits innerhalb der ersten Kampfminute einen Ringer als inaktiv (Passiv) benennt.
 
Anmerkung:
Die vollständige Fassung der Wettkampfregeln finden Sie im Internet unter www.ringen.de